Meldung für Beamte und den öffentlichen Dienst in Brandenburg: „Führen auf Distanz“ gescheitert; 09/2015

„Führen auf Distanz“ gescheitert

Drastische Defizite zeigt der im Sommer vorgelegte Evaluationsbericht zur Brandenburgischen Polizeistrukturreform auf. Das Flächenland hatte den dramatischen Stellenabbau der letzten Jahrzehnte mit einer Welle von Wachenschließungen bzw. -umwandlungen in Polizeireviere fortgesetzt (wir berichteten). Auch die Anzahl der Führungsfunktionen im Wach- und Wechseldienst wurde reduziert – von 500 auf 192 Dienstposten. Dienstgruppenleitung und Wachdienstführung sind nur noch am Sitz der Inspektion vorhanden. In den Revieren ist keine Führungskraft mehr für den Wach- und Wechseldienst unmittelbar ansprechbar. Bei dieser „Führung auf Distanz“ sollte die direkte und persönliche Kommunikation ursprünglich mit moderner Videokonferenztechnik kompensiert werden. Auch sie fiel Kürzungen zum Opfer. Trotz aller anfänglichen Versuche einer „Glättung“ des Evaluationsprozesses findet der nun vorgelegte Bericht dazu – auch wegen des Engagements der GdP – deutliche Worte: „Der hierdurch eingetretene Zustand wird unter Führungs- und

»Zustand nicht akzeptabel «

Fürsorgegesichtspunkten als nicht akzeptabel bewertet.“ In Teilen der Polizei wurde überdies das Dienstgruppenmodell durch ein Poolmodell ersetzt. Dem Bericht zufolge mangelt es den Bediensteten hier nicht nur an persönlicher Führung und Fürsorge, sondern auch an dem sozialen System einer beruflichen Bezugsgruppe:
„Da auch die Dienstgruppenleitung in einem Führungskräftepool Dienst verrichtet, müssen ‚virtuelle‘ Dienstgruppen gebildet werden, um überhaupt noch eine formelle Zuordnung von Vorgesetzten und Bediensteten herzustellen.“ Führungskräfte versehen somit nur noch zufällig parallel mit den ihnen zugeordneten MitarbeiterInnen Dienst. „Sie können sich weder faktisch um Personalentwicklung und Mitarbeiterförderung kümmern, noch sind sie hinreichend in soziale wie gesundheitliche Lebensumstände der Bediensteten eingebunden. Vor allem angesichts des aktuell hohen Krankenstandes ist dies nicht weiter zu verantworten“, heißt es im Bericht. Eine Arbeitsgruppe im Polizeipräsidium unter Beteiligung der GdP und der Personalvertretungen soll nun Änderungsvorschläge erarbeiten.

Quelle: Beamten-Magazin 09/2015


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